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Des Teufels Lohn (1957)

Oktober 3, 2011

Jack Arnold war sicherlich das Aushängeschild von Universal in Sachen B-Pictures und so hat er sich durch Filme wie Creature from the Black Lagoon (1954), Tarantula (1955) oder The Incredible Shrinking Man (1957), zur eigenen Verwunderung, eine breite Fanbasis aufgebaut, die auch heute noch zahlreich vertreten ist. Aber wie fast jeder andere Regisseur zur Zeit des Studiosystems, hat sich Arnold bunt durch die Genre gearbeitet und durfte auch mit einigen namhafteren Schauspielern aus dem Universalkanon arbeiten, so z.B. mit Audie Murphy, Lana Turner oder auch Orson Welles, der zusammen mit Jeff Chandler in Man in the Shadow (1957) zu sehen ist, einem durchaus interessanten Film, der sich, wie seine namhafteren Verwandten High Noon (1952) oder Bad Day at Black Rock (1955) gegen die üblichen, amerikanischen Westernstereotypen stellt und ein wenig der Bürgerrechtsbewegung vorgreift.

Irgendwo im amerikanischen Nirgendwo: Der Rancher Virgil Renchler (Orson Welles) beschäftigt dutzende mexikanische Hilfsarbeiter auf seiner Farm. Eines Abends wird einer von ihnen von zwei von Renchlers Handlangern zu Tode geprügelt. Nur ein älterer mexikanischer Arbeitskollege hat etwas davon mitbekommen und meldet seine Beobachtungen der Polizei. Sheriff Ben Sadler (Jeff Chandler) ist zuerst skeptisch, hängt das Wohl des Städtchens im Grunde von Renchler ab und so ermittelt er zu Beginn eher widerwillig, merkt jedoch schnell, dass etwas im Busch ist. Als er mit dem Fragenstellen nicht aufhört, verliert er auch den Rückhalt in der Bevölkerung und man trachtet ihm sogar nach dem Leben. Einzig Renchlers Tochter Skippy (Colleen Miller), deren Affäre mit dem Mexikaner der Auslöser für die Vorkommnisse war, hält zu Sadler und natürlich muss es zur Konfrontation mit ihrem Vater kommen…

Auch wenn man einerseits sagen kann, dass man vom Verlauf des Films nicht größer überrascht wird, ist das Dargebotene doch spannend und gekonnt inszeniert, sodass man als Zuschauer trotzdem gebannt auf die Leinwand starrt und dem Treiben folgt. Vor allem die Eröffnungssequenz ist ein kleines Highlight und der Mord an dem Mexikaner ist, so makaber es sich auch anhören mag, wunderschön atmosphärisch fotografiert: die Szene findet in einem dunklen Schuppen statt, der nur von einer Deckenlampe beleuchtet wird, die beim folgenden Kampf angestoßen wird und nun hin und her pendelt. Schade, dass solche Kniffe danach nicht mehr angewandt wurden und der Film entwickelt sich recht konventionell und während sich Orson Welles warmspielen konnte für seine Rolle als Hank Quinlan in Touch of Evil, ist es vor allem Jeff Chandler, dessen limitiertes Spiel Des Teufels Lohn ein wenig den Atem raubt. So kann sein Auftreten als durchaus lethargisch beschreiben und wenn man Leuten wie Steven Seagal vorwirft, nur einen Gesichtsausdruck zu haben, so trifft das in diesem Fall auch auf Chandler zu, wobei man vielleicht verteidigend sagen kann, dass seine Rolle extra so geschrieben wurde aber dann ist es eine Verfehlung des Drehbuchs, denn es fehlt dem Film einfach ein potenter Gegenpol zu Welles Charakter.

Nichtsdestotrotz macht der Film über weite Strecken Spaß und dürfte sicherlich auch jenen Lesern zusagen, die sonst mit dem amerikanischen Western – gut, der Film spielt in den 50iger Jahren aber ist trotzdem eindeutig ein Western – eher weniger anfangen können und dann gibt es ja auch noch Orson Welles, der meist einen Blick wert ist. Darüber hinaus gibt es eine äußerst ansprechende DVD-Umsetzung von Koch Media, die perfekt wäre, wenn man (englische) Untertitel auf der Scheibe vorfinden würde…

You can push your wetbacks and your white trash around all you want, but don’t try it on me.

Originaltitel: Man in the Shadow; Deutscher Titel: Des Teufels Lohn ; Produktionsjahr: 1957; Produktionsland: USA; US-Kinostart: 22.01.1958; Deut.-Kinostart: 20.09.1957; Regisseur: Jack Arnold ; Cast: Jeff Chandler, Orson Welles, Colleen Miller; Veröffentlichungen: DVD Koch Media (Deutschland), USA (Universal DVD-R)

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