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Der Fluch von Siniestro (1961)

Juli 31, 2013

Siniestro_HeaderIn einem Zeitraum von gut zwanzig Jahren, der von der Mitte der 50iger Jahre bis ca. zum Anfang bzw. Mitte der 70iger Jahre reicht, hat das britische Hammer Films Studio dutzende Grusel- und Horrorfilme produziert, die teilweise zu den besten Genreproduktionen der Ära zählen und deshalb auch noch heutzutage viele Liebhaber weltweit in ihren Bann ziehen können. Film von Hammer gelten als Kult. Aus der Hochzeit des Studios stammt auch Terence Fishers Der Fluch von Siniestro, im Original The Curse of the Werewolf, aus dem Jahr 1961 mit Oliver Reed in der Hauptrolle, dem Neffen des berühmten Carol Reeds.

Spanien im 18. Jahrhundert: In einem kleinen Dorf stört ein Bettler die Hochzeit des ansässigen Marquis. Dieser hat sadistische Züge und lässt den Bedürftigen daraufhin in seinen Kerker einsperren. Über die Jahre verliert der Eingesperrte alle menschlichen Züge und wird immer mehr zu einem Tier. Als die stumme Tochter des inzwischen verstorbenen Kerkermeisters den Avancen des Marquis ausweicht, wird auch sie in den Kerker verbannt. Obwohl sich der Bettler mit ihr immer gut verstanden hat, als sie noch ein Kind war, fällt er nun über die wehrlose Frau her, vergewaltigt sie und verstirbt kurz darauf. Durch eine List kann sich die arme Frau aus dem Verlies befreien, den Marquis umbringen und fliehen. Sie wird von dem Gelehrten Don Alfredo Corledo (Clifford Evans) erschöpft im Wald aufgelesen und von ihm aufgenommen. Dort erfährt sie, dass sie schwanger ist. Bei der Siniestro 1Geburt verstirbt die stumme Frau jedoch und Don Alfredo zieht das Kind zusammen mit seiner Haushälterin auf. Im Dorf kommt es jedoch schon bald zu ersten mysteriösen Geschehnissen. Don Alfredo hegt einen schrecklichen Verdacht, der sich bewahrheiten wird: Leon, Sohn der verstorbenen Kerkersmaid, ist ein Werwolf. Während Leons Kindheit kann Don Alfredo den Jungen im Zaum halten, doch als Jugendlicher (ab diesem Zeitpunkt von Oliver Reed verkörpert) muss Leon selbst mit seinen Dämonen kämpfen und einzig und allein die wahre Liebe zu einer Frau kann ihn retten…

Zum Glück haben wir es hier mit einem simplen Plot zu tun, der auch nur in einem überschaubaren Zeitraum spielt…
Das größte Manko des Films ist in meinen Augen auch nicht die Geschichte selbst, sondern eher die Art, wie sie über die Länge des Films aufgeteilt wurde. Dass Oliver Reed als in den Credits zweitgelisteter Schauspieler erst nach gefühlt der Hälfte des Films zum ersten Mal auftaucht, um den herangewachsenen Leon zu verkörpern, führt dazu, dass die zweite Hälfte des Films in meinen Augen zu komprimiert daherkommt. Dabei ist dieser Part der Interessantere, da das Handeln Leons weitaus drastischere Konsequenzen hat und man daher den aufgeworfenen Erzählsträngen durchaus mehr Raum hätte geben können. Auch fällt es schwer, sich in so kurzer Zeit mit der Figur des Leon, die ja eindeutig in den Mittelpunkt rückt, zu identifizieren, während in der ersten Hälfte des Films andere Charaktere wesentlich stärker betont wurden.

Nun gut, gänzlich ohne den Inhalt anzusprechen, geht es dann doch nicht, denn auch mit der Geschichte an sich kann ich nicht ganz warm werden. Besonders der Aspekt, dass die Liebe den inneren Dämon Leons besiegen kann, wirkt in meinen Augen nicht glaubhaft umgesetzt, zumal Leon ja vor der fatalen Transformation seine große Liebe gefunden hat, die diese ja auch erwidert. Nun gut, genug Erbsen gezählt.Siniestro 2

Was die Männer und Frauen der Hammer Studios jedoch seit jeher gekonnt auf das Zelluloid zaubern konnten, das sind atmosphärische Filme, die mit jeder Einstellung, jeder Pore ein angenehmes Gruselgefühl vermitteln und den Zuschauer in schaurig schöne Settings entführen. Auch in Der Fluch von Siniestro gibt es diese kleinen aber irgendwie merkwürdig aussehenden Dörflein mit ihren nicht weniger eigenwilligen Bewohnern. Und wenn des Nächtens der verwandelte Leon im Schein des Vollmondes über die Dächer huscht, sein Schatten auf die umstehenden Gebäude geworfen wird, dann überkommt den Zuschauer dieses wohlige Schauern und man sieht über viele Unzulänglichkeit der Geschichte hinweg.

Bleibt final auch nicht mehr viel zu sagen. Es ist mit Sicherheit nicht Terence Fishers bester Hammer-Film aber trotz der Unzulänglichkeiten, dem überfrachteten Plot und seiner unvorteilhaften Erzählweise, weiß der Film zu gefallen und dies sicherlich nicht nur Liebhabern der Filme aus dem Hause Hammer.

He fought the hideous curse of his evil birth, but his ravished victims were proof that the cravings of his beast-blood demanded he kill… Kill… KILL!

Siniestro TitelOriginaltitel: The Curse of the Werewolf; Deutscher Titel: Der Fluch von Siniestro; Produktionsjahr: 1961; Produktionsland: Großbritannien; UK-Kinostart: 01.05.1961; Deut.-Kinostart: 26.09.1961; Regisseur: Terence Fisher ; Cast: Oliver Reed, Clifford Evans, Yvonne Romain; Veröffentlichungen: DE (Koch Media – DVD) , US (Universal – DVD)

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